2. Liga AFV, 27.04.2024: Pflichtsieg gegen Windisch

Martin Valovcan (am Ball) erzielt nach 17 Spielminuten die Führung für Rothrist. (Bild Otto Lüscher)


Wenn der FC Rothrist den FC Windisch empfängt, dann heisst das Duell David gegen Goliath. Oder mit anderen Worten, der designierte Absteiger misst sich mit dem Leader der 2. Liga. Gemeinsam haben die beiden Teams kaum etwas, zu gross ist der Unterschied. Während Rothrist in 17 Spielen 56 Tore erzielte, traf Windisch in 16 Partien nur gerade acht Mal ins gegnerische Tor. So verkam das Duell am Samstag auf der Sportanlage Stampfi zu einem ungleichen Duell. Unter den Zuschauern wurde im Vorfeld darüber spekuliert, wie hoch denn der FCR gewinne. Ja, ob denn gar das Stängeli möglich sei. Das Heimteam begann erwartet dominant in die Partie. Windisch auf der Gegenseite konzentrierte sich derweil auf die Defensive. Doch die Rothrister traten nach vorne zu wenig zielstrebig auf. So stand es zur Pause lediglich 1:0. Einziger Torschütze war Martin Valovcan nach 17 Spielminuten. «Wir haben uns etwas schwergetan», sagte Interimstrainer Mirsad Azemaj nach der Partie.

Von einem Stängeli (10 Tore in einem Spiel) war der FCR in der ersten Halbzeit weit weg. Jedoch hätte es gut und gerne auch 3:0 stehen können. Das Heimteam bekundete mit einem Pfosten- sowie einem Lattentreffer viel Pech. Daniel Kasanga im Tor des FCR verbrachte eine ruhige erste Halbzeit. Nur gerade einmal wurde der Rothrister Schlussmann geprüft (40.). In der zweiten Halbzeit zeigte der Favorit einen entschlosseneren Eindruck. Rothrist wurde in der 52. Minute mit dem Tor zum 2:0 belohnt. Nach einer kurz ausgespielten Ecke und einer Flanke ins Zentrum – der Ball flog jedoch an Freund und Feind vorbei – landet das Spiel gerät hinter der Abwehr bei Marco Carubia, der ohne Mühe einschieben konnte. Wer jetzt dachte, der Bann sei gebrochen, sah sich getäuscht. Der Underdog hielt weiter gut dagegen und verzeichnete nach einer Stunde gar eine Topchance, Goalie Kasanga konnte im letzten Moment zur Ecke klären. Die Vorentscheidung in dieser Partie, bei frühlingshaften Temperaturen, fiel in der 69. Spielminute. Nach einer schönen Kombination auf der linken Seite, bediente Valovcan Stürmerkollege Avni Halimi, der nur noch einzuschieben brauchte – 3:0. Rothrist suchte in der Folge den vierten Treffer. Doch dieser wollte nicht mehr gelingen. Hingegen auf der anderen Seite zappelte der Ball unverhofft im Netz (73.). Marco Jovanovic verkürzte für den FC Windisch. Auch den letzten Aufreger der Partie verzeichneten die Gäste. Windisch verpasste nur zwei Minuten später den Anschlusstreffer um Haaresbreite. Aus Rothrister Sicht darf man das Fazit ziehen: In der Offensive reichten gegen den Tabellenletzten wenige Aktionen, um zu reüssieren. Die Defensive bleibt nach wie vor das Manko der Rothrister. Sollte der Aufstieg gelingen, so weht in der 2. Liga interregional ein anderer Wind. Eine defensive Stabilität ist in dieser Liga unabdingbar.

«In der zweiten Halbzeit dominierten wir den Gegner, mit der Chancenauswertung kann ich jedoch nicht zufrieden sein», analysierte Mirsad Azemaj nach dem Spiel. Der Interimstrainer wird den FCR noch ein Spiel als Cheftrainer betreuen, danach kehrt Nicola Nocita nach seiner Sperre auf die Bank zurück. Mirsad Azemaj fühlt sich wohl in der aktuellen Rolle. Er sagt: «Ich trainiere die Jungs seit fünf Jahren. Wir kennen uns sehr gut. Die Spieler sind sehr diszipliniert und motiviert. Es macht viel Spass. Mich persönlich freut es riesig, dass wir noch keinen Punkt abgegeben haben.» In der Tat, Rothrist ist noch ungeschlagen in der Rückrunde. Und weil die Konkurrenz Punkte liegen lässt, grüsst man seit letzter Woche vom Leaderthron. Unweigerlich wird der Aufstieg zum Gesprächs-Thema. «Wir reden nicht vom Aufstieg. Wenn es am Schluss zu Platz eins reichen sollte, müssen das andere entscheiden», so Azemaj. Namentlich der Vorstand des FCR. Der Interimstrainer lässt jedoch durchblicken, dass die 2. Liga Aargau sehr attraktiv sei. «Ich persönlich finde die Aargauer Liga sehr spannend. Wir haben stets viele Zuschauer. Auch haben wir viele Familienväter, die an die Auswärtsspiele mitreisen. Es ist fraglich, ob die dann ihre Zeit opfern wollen, um beispielsweise ins Tessin zu fahren.» Weiter geht es für Rothrist am kommenden Freitag. Dann trifft die Mannschaft von Azemaj auswärts auf den FC Suhr. Sollte man auch gegen den Tabellendritten einen Vollerfolg feiern, so würde man den nächsten Direktkonkurrenten im Kampf um die Spitzenposition distanzieren. (S. Wespi ZT)


Telegramm FC Rothrist – FC Windisch 3:1 (1:0)
Stampfi, 171 Zuschauer

Tore: 17. Valovcan, 1:0. 52. Carubia 2:0. 69. Halimi 3:0. 73. Jovanovic 3:1

Rothrist: Kasanga; M. Sieber, Kukavica, Fernandes (71. Selmanaj); D. Sieber (62. Selmani), Skeraj (58. Mujanovic), Fatlum Kastrati (77. Deda), Carubia (85. Florim Kastrati); Halimi, Luterbacher, Valovcan.


Tore im Video 


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