2. Liga, der FC Rothrist überwintert auf Platz 4
Nicola Nocita ist sehr zufrieden mit der Vorrunde (Bild Otto Lüscher)
Der FC Rothrist ist derzeit in aller Munde. Dies weil der FCR am vergangenen Wochenende im Spitzenspiel Klingnau 3:2 geschlagen hat, Trainer Nicola Nocita wenige Tage vor diesem Gipfel der 2. Liga vom Verband bis Ende Saison gesperrt wurde und das neu gegründete Frauenteam sein erstes Training absolviert hat.
Sportlich läuft es der ersten Mannschaft des FC Rothrist ausgezeichnet. Nur gerade zwei Mal in 13 Partien musste das Team von Coach Nicola Nocita als Verlierer vom Platz. Aus den letzten sechs Spielen gewann der FCR deren fünf. Zur Hinrunden-Derniere bodigte man schliesslich auch den FC Klingnau. Der FC Rothrist schliesst die Vorrunde zur Freude des Trainers auf dem 4. Platz ab. «Ich bin sehr zufrieden. Wir haben 10 Punkte mehr auf dem Konto als letzte Saison. Und wir sind nur zwei Punkte vom ersten Platz entfernt», bilanziert Nicola Nocita die Hinrunde. Dazu schoss der FCR doppelt so viele Tore. Das Primärziel des Clubs war es, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. «Wenn ich sehe, was wir nun mit diesem Kader herausgeholt haben, dann ist das fantastisch», freut sich Nocita und ergänzt: «Wir konnten unsere Spiel-Philosophie umsetzen und unser Spiel dem Gegner aufzwingen.»
Die Offensive des FCR vermochte bislang zu überzeugen. 41 Tore schoss Rothrist in 13 Spielen. Einen Grossteil davon, deren 17 Treffer, erzielte Topscorer Avni Halimi. «Wir stellen die Spieler so auf, dass wir zu vielen offensiven Aktionen kommen», verrät Nocita sein Erfolgsrezept. Deutlich mehr Arbeit im Hinblick auf die Rückrunde findet der Trainer in der Defensive vor. «Dort haben wir noch Luft nach oben. Wenn wir ein Spitzenteam sein wollen, müssen wir weniger Gegentore bekommen», erklärt Nocita. Auffällig ist, dass bis auf die drei Letztplatzierten der 2. Liga sämtliche Teams im Schnitt zwei Gegentore bekommen. Eine Erklärung dafür hat Nocita nicht. Doch er sagt: «Viele Teams legen den Fokus zu wenig auf die Defensive. Einerseits sind bei stehenden Bällen viele Spieler nicht nahe genug beim Gegenspieler, anderseits funktioniert das Umschaltspiel in die Defensive ungenügend», beobachtet der FCR-Trainer.
Neben den vielen erfolgreichen Momenten, die er mit seiner Mannschaft in der Hinrunde erleben durfte, stechen auch die zwei Niederlagen hervor. «Wir haben in Schönenwerd berechtigterweise verloren. Da haben wir einen rabenschwarzen Tag erwischt», erinnert er sich. Rothrist unterlag mit 1:4. «Und in Mutschellen dürfen wir nicht nach einem stehenden Ball in der 94. Minute verlieren.»
Das Baden-Spiel als Fairplay-Killer
In die Bilanz fällt auch das Spiel in Baden. Nicht zwingend wegen dem Resultat. Die Partie endete 2:2. Vielmehr wegen der Fairplay-Wertung. Rothrist wollte diesbezüglich auf diese Saison hin einen Schritt vorwärts machen. «Uns ist das gut gelungen bis zum Baden-Spiel, als wir noch die drittfairste Mannschaft der Liga waren», blickt Nocita zurück, der in jener Partie eine rote Karte wegen Reklamierens kassierte. Zudem flog Lumturim Selmani vom Platz. Dass diese Partie nun betreffend Strafpunkte ins Gewicht fällt, sei ärgerlich. «Wir haben uns grundsätzlich sehr gut verhalten. Ich kann der Mannschaft nur wenig vorwerfen», sagt Nicola Nocita.
Zwei Rückkehrer verstärken das Team
Der Rothrister Trainer blickt äusserst optimistisch in die Zukunft. Obwohl er noch einige Spiele gesperrt sein dürfte – der Rekurs ist noch hängig –, hat er Grosses vor mit dem Team. «Wir werden auf jeder Linie bis zum Rückrundenstart Qualität dazuholen.» Bereits jetzt steht fest, dass Michele Scioscia und Marco Carubia zurückkehren werden. Der Topscorer der letzten Saison (Scioscia) und der Verteidiger (Carubia) fühlten sich bei den Black Stars in der 1. Liga nicht wohl genug. Zudem sei dem Duo die Reise nach Basel zu viel geworden. Weiter ergänzt das Team Torhüter Shaban Krasniqi, der vom FC Sursee nach Rothrist wechselt. Nicola Nocita freut sich über die Rückkehrer. «Damit haben wir nochmals viel Qualität dazugewonnen. Jetzt wollen wir angreifen.»
Nach dieser überragenden Vorrunde des FCR sind die Ziele des Trainers hoch. «Wir wollen bis zum Schluss vorne mitspielen. Ob es dann zum Aufstieg reicht, steht in den Sternen.» Trotz Höhenflug ist sich Nocita bewusst, dass nicht alles selbstverständlich ist. «Wir brauchen weiterhin viel Glück und sind dankbar, dass wir von grossen Verletzungen verschont wurden», so der Trainer. Die Gesundheit der Spieler sei das Wichtigste.
Bis zum Trainingsstart Ende Januar geniessen die Spieler zwei Monate Pause. Dies haben sich die Jungs verdient, sagt Nicola Nocita. «Mit allen Spielen inklusive Cup und Training hatten wir über 80 Einheiten.» Und der Trainer? Nocita ist einer, der sich gerne weiterbildet. Am Sonntag wird er sich die Partie Sursee gegen Locarno in der 2. Liga interregional anschauen. «Mich fasziniert die Defensivarbeit der Tessiner und generell, wie sie taktisch auftreten.» Kann Nocita defensive Elemente der Tessiner in sein Team implementieren, so steht einer erfolgreichen Rückrunde nichts im Weg. (Simon Wespi ZT)
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