FC ROTHRIST, STAMPFIWEG 2B, 4852 ROTHRIST / SWITZERLAND
Der FC Rothrist verstärkt sich mit den Simmen-Brüdern. Luca und Dario stossen von Erstligist Emmenbrücke nach Rothrist und streben in der 2. Liga interregional hohe Ziel an. Wir haben die beiden vor dem Saisonauftakt zum grossen Interview getroffen.
Sie scheinen unzertrennlich. Luca (21) und Dario (22) Simmen sind Brüder, beste Freunde und spielen Fussball. Der eine ist Linksverteidiger, der andere agiert auf der rechten Seite. Neu gehen die beiden Solothurner für den FC Rothrist auf Torejagd. Wir treffen die beiden vor dem Saisonauftakt zum Interview und fragen sie, was sie an der Aufgabe in Rothrist reizt, welche Ziele sie verfolgen, ob es die beiden nur im Doppelpack gibt und in welchen Bereichen sie sich komplett unterscheiden.
Ihr wechselt beide von Emmenbrücke nach Rothrist. Wie kam euer Transfer zu Stande?
Dario: Wir haben beide mit Mike Sieber (Verteidiger in Rothrist, Anm. d. Red) in Zofingen gespielt. Er hat uns mit Trainer Nicola Nocita in Verbindung gebracht, anschliessend führten wir gute Gespräche. Wir sind überzeugt, hier in Rothrist etwas bewirken zu können.
In Emmenbrücke habt ihr in der 1. Liga gespielt, am Ende der Saison seid ihr abgestiegen. Wie ist es euch im letzten Halbjahr ergangen?
Luca: Es war eine schwierige Rückrunde. Diese mündete dann im Abstieg. Dennoch war es eine gute und spannende Erfahrung. Zudem waren wir in einer fussballinteressierten Region zu Gast. Das hat man gespürt.
Dario: Auch ich blicke positiv zurück. Wir konnten viel lernen. Zudem trainierten wir in der 1. Liga vier Mal die Woche. Unser aktuelles Fitnesslevel ist top.
In der kommenden Spielzeit kommt es zum Duell gegen Emmenbrücke. Habt ihr schon nachgeschaut, wann dieses Spiel stattfindet?
Luca: Ich weiss nicht genau, wann. Aber ich meine, es ist ein Heimspiel für uns (Spiel findet am 5. Oktober statt, Anm. d. Red). Unsere Motivation wird dann sehr gross sein. Jedoch ist es so, dass viele Spieler den Verein nach dem Abstieg verlassen haben. Es werden nur noch zwei, drei ehemalige Teamkollegen für Emmenbrücke auflaufen.
Nun seid ihr in Rothrist. Was reizt euch an dieser Aufgabe?
Dario: Mir persönlich gefällt der Kunstrasen. Ich pflege gerne einen schönen Spielaufbau. Auf einem Kunstrasen rollt der Ball so, wie er soll. Das kommt meinem Spiel entgegen. Und wie bereits erwähnt: Wir sind beide sehr fit. Damit bringen wir einen Mehrwert in die Mannschaft.
Luca: Es wird spannend sein, bei einem Aufsteiger zu spielen. Die Jungs starten mit viel Selbstvertrauen in die Saison. Dario und ich kennen die Liga, die Gegner sowie die Fussballplätze. Das ist ein grosser Vorteil. Unser Ziel ist es, die Liga zu halten. Diese Herausforderung reizt mich sehr.
Luca, wie sehen Sie Ihre Rolle im Team?
Ich kenne Mike Sieber sehr gut. Wir haben in Zofingen in der Verteidigung oft zusammengespielt. Wir harmonieren sehr gut. Das ist eine gute Basis. Für mein junges Alter bringe ich schon viel Erfahrung mit. Zudem bin ich zweikampfstark. Damit kann ich dem Team helfen. Auch bin ich selten verletzt. In der letzten Saison habe ich für Emmenbrücke und Zofingen über 40 Spiele durchgespielt.
Und Sie, Dario, wie sehen Sie Ihre Rolle im Team?
Ich bin polyvalent einsetzbar. Ich bin fit und äusserst laufstark. Diese Voraussetzungen können wir in Rothrist gut gebrauchen. Mit Luca verstehe ich mich blind. Spielen wir zusammen, so können wir eine schnelle Spielauslösung generieren. Ich denke, das ist wichtig angesichts des höheren Tempos in der 2. Liga inter.
Was wollt ihr mit der Mannschaft erreichen?
Luca: Den Ligaerhalt.
Dario: Ich möchte ein Team sehen, das auf unserem Kunstrasen einen mutigen und frechen Fussball zeigt. Zudem soll das Team Spass haben. Das ist wichtig. Wenn es dann noch zum Ligaerhalt reicht, umso besser.
Vor acht Monaten wart ihr noch beim SC Zofingen engagiert. Wie schaut ihr auf diese Zeit zurück?
Dario: Ich schaue sehr positiv auf die Zeit in Zofingen zurück. Mit Trainer Radovan Nikolic habe ich mich sehr gut verstanden. Wir kannten uns bereits aus der gemeinsamen Zeit in Langenthal. Das abrupte Ende in Zofingen hat schon wehgetan (Die 1. Mannschaft wurde in der Winterpause zurückgezogen, Anm. d. Red.).
Luca: Ich hatte eine sehr gute Zeit in Zofingen. Wie bereits gesagt, harmonierte ich mit Mike Sieber sehr gut und mit Radovan Nikolic hatten wir einen sehr guten Trainer.
Ihr habt in Zofingen und Emmenbrücke zusammengespielt, jetzt in Rothrist seid ihr wieder im selben Team. Gibt es euch nur im Doppelpack?
Luca: Nein, uns gibt es nicht nur im Doppelback. Wir haben auch schon in unterschiedlichen Vereinen gespielt. Aber es macht einfach Spass, wir kennen und verstehen uns sehr gut. Wir ergänzen uns perfekt. Wir kennen die Laufwege des anderen in- und auswendig. Ich habe die Saisonvorbereitung bei einem Klub aus der Promotion League begonnen, musste jedoch das Training aufgrund einer Muskelverletzung in der ersten Woche abbrechen. Wäre dieser Wechsel zustande gekommen, hätten wir die kommende Saison nicht zusammengespielt.
Dario: Man kennt niemanden so gut wie den eigenen Bruder. Das gibt dir einfach ein gutes Gefühl. Ausserdem hat es Vorteile. Wir können beispielsweise immer zusammen ins Training fahren.
Aber Zufall kann das ja nicht sein, dass ihr oft im selben Verein spielt. Wie muss man sich einen Transfer bei euch vorstellen?
Luca: Inzwischen kennen die Leute uns. Beim Beispiel Rothrist wurde ich angefragt. Häufig kommt dann in den Gesprächen auch die Frage auf, wie es beim Bruder aussieht und ob dieser auch Interesse hätte.
Wir haben über viele Gemeinsamkeiten gesprochen. In welchen Bereichen unterscheidet ihr euch?
Dario: Er ist ein Linksfuss, ich ein Rechtsfuss (lacht). Luca steht taktisch immer am richtigen Ort. Das ist bemerkenswert. Meine Stärke ist die Schnelligkeit.
Luca: Ich bin zweikampfstark und taktisch versiert.
Und abseits des Fussballplatzes?
Dario: Wir sind schon sehr ähnlich. Wir haben beide das Sportgymnasium besucht. Zudem haben wir denselben Freundeskreis.
Luca: Ich bin ein sehr offener Mensch und komme gerne mit Leuten ins Gespräch. Dario zockt gerne und ich schaue mehr Serien.
Dario: Ahh, ein Unterschied kommt mir eben in den Sinn: Ich gehe im Winter gerne langlaufen. Luca nicht, er fährt lieber Ski.
Habt ihr neben dem Fussball noch weitere Hobbys?
Dario: Haustiere. Wir haben zwei Katzen.
Luca: Ich gehe gerne ins Krafttraining.
Dario: Sorry, aber ich lande wieder beim Fussball. Ich bin Barcelona- und Messi-Fan, Luca hält zu Arsenal und Cristiano Ronaldo.
Dann bleiben wir beim Fussball. Zum Saisonauftakt wartet der SV Lyss im Cup. Was erwartet ihr?
Luca: Wir kennen den einen oder anderen Spieler. Ich freue mich auf das Duell. Wir wollen eine Runde weiterkommen.
Dario: Im Optimalfall kommen wir drei Runden weiter und erreichen den Schweizer Cup. Das wäre eine tolle Sache.
Bericht: Simon Wespi Zofinger Tagblatt

